Board Game Geek

Ich gebe zu, die meiste Zeit befinden sich Ninjas im Dunkeln. Werden nicht gesehen. Sind Einzelgänger. Hin und wieder – selten jedoch – gesellen sich Ninjas zu anderen Menschen. Ich zumindest. Und spiele Brettspiele.

Oft kam es in letzter Zeit zur Sprache und oft wurde ich gefragt: “Was sind denn deine aktuellen Lieblingsspiele?”, “Welche Spiele kannst du empfehlen?”, “Welches Bier passt am besten zu Spiel x?”. Deshalb hier und jetzt: Mein Rundumschlag zum Thema Brettspiele.

Meine Top 10

Platz 1: Mage Wars

Mage Wars ist aktuell nur in den USA oder als Import erhältlich; ein Release im April bei Pegasus ist geplant. Es handelt sich um ein Deck-Building Game mit zwei wichtigen Unterschieden: Erstens werden die Karten wie Spielfiguren auf einem Brett bewegt und zweitens zieht man nicht zufällige Karten nach, sondern kann sich in jeder Runde aus meinem “Spellbook” zwei Zauber aussuchen, die man nutzen möchte. Sehr viel taktischer Tiefgang, sehr nette Artworks und für mich einer der Überraschungshits 2012.

Platz 2: King of Tokyo

Heute schon ein Klassiker. Ihr übernehmt die Rolle eines Monsters das Tokyo zerstören will. Oder, weil Tokyo so groß ist, ist es vielleicht doch leichter eure Gegner töten oder 20 Siegpunkte zu erreichen. Das eigentlich simple Würfelspiel wird durch zusätzlich kaufbare Aktions- und Fähigkeitenkarten aufgewertet und bietet unkomplizierten und schnell erklärten Spielspaß. Autor ist hier Richard Garfield, der Erfinder von Magic the Gathering.

Platz 3: Risiko Evolution

Risiko kennt jeder. Aber dieses hier ist anders. Neben dem eigentlichen Spiel erhält man verschlossene Umschläge und Päckchen, die zu bestimmten Ereignissen geöffnet werden müssen. Dabei entwickelt sich das Spiel (Spielbrett, Regeln, Fähigkeiten) weiter und ihr dürft Entscheidungen treffen, die dauerhaft übernommen werden. Wie dauerhaft? Ihr entscheidet euch für eine von zwei Fähigkeiten, die andere wird zerrissen. Ihr habt die Auswahl zwischen zwei Regelvarianten und klebt eine ins Regelbuch ein – die andere wird ebenfalls vernichtet. Großartig zu sehen, wie sich euer Spiel entwickelt.

Platz 4: Smallworld

Smallworld von Days of Wonder ist ein relativ einfaches Eroberungsspiel im Fantasy Stil. Was hier das besondere ist? Ihr legt Talente und Rassen zufällig zusammen: Berserker Amazonen? Plündernde Skelette? Sumpf Hexenmeister? Alles machbar. All das dürft ihr spielen. Durch die so entstehenden Kombinationen ist das Spiel immer neu und frisch. Die Regeln und das Spiel selbst sind nicht zu komplex und ihr dürft fies sein. In der richtigen Runde auch richtig fies.

Platz 5: Android Netrunner

Ebenfalls noch nicht in Deutschland erhältlich: Ein Living Card Game von Fantasy Flight / Heidelberger im Sci-Fi Setting. Der Unterschied zu anderen Spielen wie Warhammer Invasion ist, dass die beiden Spieler unterschiedliche Mechaniken haben: Der Runner versucht anzugreifen und die Corporation versucht ihre Server zu verteidigen. Während der Runner offen spielen muss, spielt die Corporation verdeckt und kann bluffen. Wie Mage Wars sehr strategisch und erfrischend anders als die restlichen 2-Spieler Deckbau Spiele.

Platz 6: City of Horror

Wer etwas für klassische und Klischee-behaftete Horrorfilme übrig hat wird das Setting lieben. Ihr spielt die typischen Protagonisten von Horrorfilmen (die Cheerleaderin, den Schwarzen, den Priester, das Kind, die Schwangere) und müsst vier Stunden überleben, bis der rettende Hubschrauber kommt. In der Zeit heißt es sich zu verstecken. Das Problem? Wenn vor eurem Versteck eine bestimmte Anzahl an Zombies warten, kommen sie rein und einer muss sterben. Richtig, muss. Ihr entscheidet wer. Großartige Diskussionen, Verhandlungen und Überlegungen garantieren hier eine Menge Spaß auf dem Weg in den sicheren Tod.

Platz 7: Arkham Horror

Muss man wohl nichts mehr zu sagen. Der Klassiker zum Cthulhu Mythos von H.P. Lovecraft.

Platz 8: Takenoko

Panda, Gärtner, Bambus. Dieses Spiel ist aber schon wegen den Komponenten so großartig, dass ihr es kaufen müsst. Inhaltlich geht es darum, einen Garten zu bauen und Bambus wachsen zu lassen um bestimmte Ziele für Punkte zu erreichen. Dabei gibt es für alle den gleichen großen Garten, aber unterschiedliche Ziele und alle sind geheim. Außerdem müsst ihr euch in jeder Runde für zwei von fünf Aktionen entscheiden. Leicht taktisches aber sehr Einsteiger freundliches Spiel mit großartig, ekelig niedlichem Artwork.

Platz 9: Escape

10 Minuten, dann ist das Spiel vorbei. Ihr müsst aus einem einstürzenden Tempel entkommen und müsst dafür würfeln. So schnell es geht. Alle gleichzeit. Nach 10 Minuten stürzt der Tempel ein. Sind alle raus, habt ihr gewonnen – ansonsten haben alle verloren. Viel Hektik und Kommunikation. Nicht zuletzt, weil ihr die gewürfelten Symbole auch weitergeben könnt. Ein ehemaliges Kickstarter Projekt. Wer auf der Suche nach dem etwas anderen Spiel ist: das hier ist definitiv anders. Und gut.

Platz 10: Gloom

Wiedermal nur Englisch. Ihr spielt eine Familie, bestehend aus fünf tragischen Persönlichkeiten, die ihr möglichst unglücklich sterben lassen müsst. Das tut ihr, indem ihr durchsichtige Karten auf die einzelnen Familienmitglieder legt. Entweder mit Minuspunkten (gut für euch) oder mit Pluspunkten (schlecht für euch). Was durch oben liegende Karten überdeckt wird, zählt nicht mehr. Irgendwann kommt dann die “jetzt bitte sterben” Karten und der Charakter erleidet den möglichst unglücklichen Tod. Wer am Ende die meisten Minuspunkte für seine Familie gesammelt hat, hat gewonnen. Natürlich dürft ihr die Karten überall legen – auch auf fremden Familien. Der Clou: Ihr müsst euch Geschichten ausdenken, bevor ihr die Karten spielt. Warum ist der traurige Clown die Treppe herunter gestoßen worden und hat eine Katze überfahren? Herrlich groteske Geschichten mit tiefschwarzem Humor.

Special

Wer Brettspiele mag und gerne Let’s plays schaut: eine der wohl großartigsten Shows rund um das Thema ist TableTop von Wil Wheaton. Keine weiteren Worte, einfach anschauen: YouTube